Das Aktionsbündnis-Ost stellt sich vor:

Schon seit einiger Zeit sehen sich verschiedene unkommerzielle Läden im Leipziger Osten mit Mieterhöhungen und anderen wirtschaftlichen und räumlichen Einschränkungen konfrontiert. Die daraus entstandene konkrete Existenzbedrohung dieser Läden schreitet ohne Unterlass voran. Da diese Kämpfe, nach unserem Verständnis, keine individuellen der einzelnen Projekte sind, hat sich im Dezember 2017 ein Plenum konstituiert, welches mit politischen Aktionen auf die Situation aufmerksam machen und für den Erhalt der bedrohten Läden einstehen will. Dieses Plenum setzt sich aus Bewohner*innen und Akteur*innen des Leipziger Ostens zusammen und trifft sich alle zwei Wochen.

Uns ist klar, dass diese Entwicklungen nicht außerhalb der stadtpolitischen Veränderungen und der fortschreitenden Gentrifizierung gesehen werden können, welche in kapitalistische Gesamtverhältnisse eingeordnet werden müssen. Neben Gruppen und Initiativen, die theoretisch schon zum Recht auf Stadt arbeiten, wollen auch wir uns aktionsbasiert mit Verdrängung und Gentrifizierung beschäftigen. Bis auf Weiteres konzentriert sich das Aktionsbündnis auf die bestehenden Probleme rund um das Can Hoop und die E109. Wir verstehen diese Ladenprojekte als soziopolitische Gemeingüter des Leipziger Ostens, sogenannte Commons. Durch auslaufende Verträge und die daraus entstehenden Interessen der Vermieter*innen, drohende Verdrängung, Mieterhöhung, Sanierung und Konkurrenzschutzklausel wächst die Gefahr, dass diese ihren unkommerziellen und selbstverwalteten Charakter verlieren. Das Aktionsbündnis will hier einen Gegenpol darstellen und dafür eintreten, solche Räume für solidarische  Strukturen, den Kiez und die dazugehörige Politik zu erhalten. Sie werden nicht von allen Anwohner*innen gleichermaßen frequentiert, genutzt und organisiert. Ihr Angebot variiert und trifft nicht jeden Geschmack. Dennoch sind sie wichtige, zentrale und unersetzbare Räume der politischen Selbstorganiserung und des gesellschaftlichen Austausches. Verlieren wir die Ladenprojekte, so wird das Erstreiten unserer Vision eines widerständigen und solidarischen Stadtteils in noch weitere Ferne rücken.

Da das ganze Thema sehr komplex ist und das Bündnis aus vielen verschiedenen Leuten besteht, arbeiten wir in einer Arbeitsgruppen  Struktur, welche autonom  Themen bearbeiten können und die Ergebnisse in das Großplenum weitertragen. Auch wenn wir nun verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betreiben werden, bleibt der Hauptaspekt aktionsbasierte Arbeit gegen Verdrängung von Gruppen und Schließung von Ladenprojekten. Diese Vorgehensweise verfolgen wir, um bestehende Verhältnisse und aktuelle Situationen sichtbar zu machen und unseren Ärger darüber gegenüber den Vermieter*innen und Eigentümer*innen, sowie städtischen und wirtschaftlichen Akteur*innen auszudrücken. Kurz, um politischen und sozialen Druck von unten aufzubauen, um oben genannte Ziele zu erreichen.
Um zukünftig bestehende Strukturen für ähnliche Kämpfe zu stärken wird an einem „Emanzipatorischen Netzwerk Ost“ gearbeitet, welches langfristig als Plattform für Austausch und gegenseitige Hilfe genutzt werden kann.

Wir sind Viele, wir sind entschlossen!
Seid solidarisch und schließt euch uns an!

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